Bitte ernst nehmen: Lithium-Ionen-Akkus können bei Beschädigung oder Kurzschluss in einen unkontrollierten Zustand geraten, der sich nicht mehr stoppen lässt. Die folgenden Punkte sind keine Formalitäten. Redaktionelle Information, keine Produktempfehlung, keine Kaufaufforderung.
Was in einem Akku steckt
E-Zigaretten arbeiten mit Lithium-Ionen-Zellen. Eine einzelne Zelle hat eine Nennspannung von etwa 3,6 bis 3,7 Volt und wird bis etwa 4,2 Volt geladen. Sie speichert auf kleinem Raum viel Energie, und genau das macht sie im Fehlerfall gefährlich: Wird diese Energie nicht kontrolliert über die Elektronik abgegeben, sondern auf einmal, etwa durch einen Kurzschluss, heizt sich die Zelle in kurzer Zeit stark auf.
Grundsätzlich gibt es zwei Bauweisen. Bei Geräten mit fest verbautem Akku sitzen Zelle und Schutzelektronik in einem geschlossenen Gehäuse, der Nutzer kommt mit der Zelle nicht in Berührung. Bei Geräten mit Wechselakku werden einzelne Zellen eingelegt, meist in Standardformaten, deren Name die Abmessungen beschreibt: Eine 18650-Zelle ist 18 Millimeter dick und 65 Millimeter lang, eine 21700-Zelle 21 Millimeter dick und 70 Millimeter lang. Wechselakkus sind langlebiger und flexibler, verlangen aber mehr Sorgfalt, denn hier liegt die Zelle zeitweise ungeschützt in der Hand oder in der Tasche.
Der häufigste Fehler: loser Akku in der Tasche
Ein Wechselakku, der lose in der Hosen- oder Handtasche liegt, kann durch Münzen, Schlüssel oder Kleingeld an Plus- und Minuspol zugleich berührt werden. Das erzeugt einen Kurzschluss mit sehr hohem Strom, der die Zelle innerhalb von Sekunden aufheizt. Dieser Fall gilt als eine der häufigsten Ursachen für Zwischenfälle mit Wechselakkus.
Die Lösung ist einfach: Wechselakkus gehören ausnahmslos in eine Kunststoff-Schutzhülle oder eine Akkubox. Das kostet wenig und beseitigt dieses Risiko weitgehend.
Die Wickelhülle prüfen
Der äußere Metallmantel einer 18650-Zelle liegt auf Minuspotenzial, auch an der Seite. Isoliert wird er nur durch eine dünne Kunststofffolie, die sogenannte Wicklung. Ist sie am oberen Rand eingerissen, kann der Pluspol Kontakt zum Mantel bekommen - ein Kurzschluss innerhalb des Akkus selbst.
Prüfen Sie die Wicklung deshalb regelmäßig, besonders am oberen Rand. Beschädigte Wicklungen lassen sich mit passenden Schrumpfschläuchen erneuern; wer das nicht möchte, ersetzt die Zelle.
Strom, Widerstand und Belastbarkeit
Wie stark eine Zelle beansprucht wird, ergibt sich aus dem ohmschen Gesetz: Strom ist Spannung geteilt durch Widerstand. Je niedriger der Widerstand des Verdampferkopfs, desto höher der Strom. Die Tabelle zeigt rechnerische Werte für eine voll geladene Zelle mit 4,2 Volt ohne regelnde Elektronik:
| Widerstand | Strom | Leistung |
|---|---|---|
| 1,2 Ohm | 3,5 Ampere | etwa 15 Watt |
| 0,6 Ohm | 7 Ampere | etwa 29 Watt |
| 0,3 Ohm | 14 Ampere | etwa 59 Watt |
| 0,15 Ohm | 28 Ampere | etwa 118 Watt |
Geregelte Akkuträger begrenzen Strom und Leistung über ihre Elektronik und schalten bei zu niedrigem Widerstand ab. Bei ungeregelten, sogenannten mechanischen Geräten fehlt diese Schutzschicht: Dort muss der Nutzer selbst sicherstellen, dass der Strom innerhalb der Belastbarkeit der Zelle bleibt. Diese Geräte setzen deshalb elektrotechnisches Grundwissen voraus. Wie Widerstand und Zugtechnik zusammenhängen, erklären die Beiträge Funktionsweise und MTL oder DL.
Weitere Grundregeln
- Nur Zellen namhafter Hersteller verwenden. Bei No-Name-Zellen stimmen die angegebenen Belastungswerte oft nicht.
- Belastbarkeit beachten. Der maximale Dauerstrom der Zelle muss zur eingestellten Leistung passen, besonders bei niederohmigen Verdampfern.
- Nicht unbeaufsichtigt laden und nicht über Nacht auf brennbarem Untergrund.
- Passendes Ladegerät verwenden. Externe Ladeschalen mit Einzelschachtüberwachung sind sicherer als das Laden im Gerät.
- Zellen im Satz gleich behandeln. Bei Geräten mit zwei Akkus immer dasselbe Paar gemeinsam laden und entladen, nie mischen.
- Nicht tiefentladen. Je nach Zelle nimmt sie unterhalb von etwa 2,5 bis 3,0 Volt dauerhaft Schaden.
- Temperatur beachten. Weder im Sommer im Auto liegen lassen noch bei Frost laden.
- Polung prüfen. Zellen immer in der vorgesehenen Ausrichtung einsetzen.
Laden Schritt für Schritt
- Zelle vor dem Laden auf Wicklungsschäden, Dellen und Rost prüfen.
- Ladegerät oder Kabel des Herstellers verwenden, bei USB-Ladung ein intaktes Netzteil.
- Auf einer nicht brennbaren Unterlage laden, mit Abstand zu Papier, Textilien und Polstern.
- Während des Ladens in der Nähe bleiben und gelegentlich die Temperatur prüfen.
- Nach Ende des Ladevorgangs vom Ladegerät trennen.
Dieselben Grundsätze gelten für jedes Akkugerät, auch für Kräuterverdampfer und Powerbanks.
Transport und Reisen
Im Alltag reicht die Schutzhülle für Ersatzakkus und eine aktivierte Tastensperre am Gerät, damit es in der Tasche nicht versehentlich heizt. Bei Flugreisen gelten strengere Regeln: E-Zigaretten und Ersatzakkus gehören ins Handgepäck oder werden am Körper getragen, Benutzen und Laden an Bord sind untersagt. Nachfüllflüssigkeiten unterliegen im Handgepäck den Regeln für Flüssigkeiten. Die genauen Bestimmungen legen die Fluggesellschaften fest.
Warnsignale
Eine Zelle oder ein Gerät gehört sofort außer Betrieb genommen, wenn:
- das Gehäuse sich wölbt oder aufbläht
- sie im Betrieb oder beim Laden ungewöhnlich heiß wird
- die Wicklung eingerissen oder abgelöst ist
- sie sichtbar rostet oder Flüssigkeit austritt
- sie zischt, knistert oder ungewöhnlich riecht
- die Kapazität plötzlich stark abfällt
- sie heruntergefallen ist und Dellen aufweist
Entsorgung
Lithium-Ionen-Akkus und E-Zigaretten gehören niemals in den Hausmüll. Sie werden über kommunale Sammelstellen oder Rücknahmeboxen im Handel entsorgt. Mit der Novelle des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes sind Geschäfte, die E-Zigaretten verkaufen, seit 2026 umfassender zur Rücknahme von Altgeräten verpflichtet, auch von Einweggeräten und ohne dass ein Neukauf nötig ist. Vor der Abgabe die Pole von Wechselakkus abkleben, damit es in der Sammelbox nicht zum Kurzschluss kommt. Beschädigte oder aufgeblähte Zellen sollten Sie an der Sammelstelle ausdrücklich als solche kennzeichnen.
Auf europäischer Ebene verlangt die Batterieverordnung (EU) 2023/1542, dass Gerätebatterien ab dem 18. Februar 2027 grundsätzlich vom Endnutzer entnommen und ausgetauscht werden können. Welche Folgen das für Geräte mit fest verbautem Akku und insbesondere für Einweg-E-Zigaretten hat, wurde 2026 noch kontrovers diskutiert.
Im Schadensfall
Gerät eine Zelle in Brand, läuft ein sogenanntes thermisches Durchgehen ab: Die Zelle erhitzt sich selbst weiter, setzt reizende und giftige Gase frei und kann auch nach scheinbarem Erlöschen erneut aufflammen. Bringen Sie sich und andere in Sicherheit, sorgen Sie für Abstand zu brennbarem Material, lüften Sie und rufen Sie im Zweifel die Feuerwehr unter 112. Versuchen Sie nicht, eine brennende oder qualmende Zelle mit der Hand zu entfernen.
Wer mit Elektrolyt aus einer ausgelaufenen Zelle in Berührung gekommen ist, spült die Haut gründlich mit Wasser. Bei Kontakt mit den Augen, bei Verbrennungen oder Atembeschwerden nach Rauchentwicklung ist ärztliche Hilfe nötig.
Häufige Fragen
Darf ich eine E-Zigarette im Flugzeug mitnehmen?
Nach den gängigen Regeln der Luftfahrt gehören E-Zigaretten und Ersatzakkus ins Handgepäck oder werden am Körper getragen, nicht in den aufgegebenen Koffer. Benutzen und Laden an Bord sind untersagt. Mengenbegrenzungen und Details legen die Fluggesellschaften fest, deshalb lohnt vor der Reise ein Blick in deren Gepäckbestimmungen.
Ist das Laden über Nacht gefährlich?
Die Schutzelektronik moderner Geräte beendet den Ladevorgang, wenn der Akku voll ist. Ein Restrisiko bleibt bei beschädigten Zellen, defekten Ladegeräten oder ungeeigneten Netzteilen. Deshalb gilt die allgemeine Empfehlung, Lithium-Ionen-Akkus nicht unbeaufsichtigt und nicht auf brennbarem Untergrund zu laden.
Kann ich eine Einweg-E-Zigarette aufladen?
Nur wenn der Hersteller das vorsieht und das Gerät eine Ladebuchse hat. Geräte ohne Ladefunktion sind dafür nicht ausgelegt. Versuche, sie auf anderem Weg zu laden oder zu öffnen, können die Zelle beschädigen.
Wie erkenne ich, ob eine Zelle zum Gerät passt?
Maßgeblich sind die Angaben in der Anleitung des Akkuträgers: Zellformat, Mindestbelastbarkeit und gegebenenfalls Ausrichtung. Entscheidend ist der dauerhaft zulässige Entladestrom der Zelle, nicht ein kurzzeitiger Spitzenwert. Bei Zweifeln hilft der Fachhandel.
Zuletzt redaktionell geprüft: Oktober 2026