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Grundlagen

Liquid-Grundlagen: Zusammensetzung und VG/PG-Verhältnis

Ein Liquid besteht aus wenigen Bestandteilen, deren Verhältnis fast alles bestimmt: Dampfmenge, Geschmack, Zugverhalten und wie gut die Flüssigkeit überhaupt in den Docht nachfließt.

Redaktionelle Information zur Zusammensetzung. Keine Produktempfehlung, keine Kaufaufforderung. Nikotinhaltige Produkte werden ausschließlich an Erwachsene abgegeben.

Die vier Bestandteile

Propylenglykol (PG)

Eine klare, dünnflüssige Substanz, die als Lebensmittelzusatzstoff E 1520 zugelassen ist und auch in Kosmetik und in Nebelfluid für Bühnen verwendet wird. Im Liquid ist sie Geschmacksträger: Aromastoffe lösen sich gut darin, und sie erzeugt das als Zugwiderstand wahrgenommene Gefühl im Rachen. Weil sie dünnflüssig ist, fließt sie leicht in den Docht nach.

Ein Teil der Anwender reagiert empfindlich auf höhere PG-Anteile mit trockenem Hals - eine bekannte Eigenschaft der Substanz, die Feuchtigkeit bindet.

Pflanzliches Glycerin (VG)

Ein zähflüssiger, leicht süßlicher Zuckeralkohol, als E 422 zugelassen. VG erzeugt die sichtbare Dampfmenge. Je höher der Anteil, desto dichter das Aerosol - und desto träger fließt die Flüssigkeit nach. Hohe VG-Anteile brauchen deshalb Verdampferköpfe mit großen Zuleitungsöffnungen, sonst läuft der Docht trocken.

Aromen

Meist lebensmitteltaugliche Aromastoffe in geringer Konzentration. Wichtig zur Einordnung: Die Zulassung als Lebensmittelaroma bezieht sich auf das Verzehren, nicht auf das Einatmen nach Erhitzung. Einzelne Stoffe, etwa Diacetyl in Butteraromen, stehen deshalb in der Kritik und werden von seriösen Herstellern in der EU nicht mehr eingesetzt. Stark gezuckerte oder intensiv gefärbte Aromen lagern sich außerdem schneller an der Drahtwendel ab und verkürzen die Lebensdauer des Verdampferkopfs.

Nikotin

Optionaler Bestandteil. In der EU ist die Konzentration in verkaufsfertigen Liquids auf maximal 20 Milligramm pro Milliliter begrenzt, Behälter dürfen höchstens 10 Milliliter fassen. Neben freiem Nikotin gibt es Nikotinsalze, die durch Zugabe einer Säure milder im Rachen wirken und deshalb in höherer Konzentration verwendbar sind, ohne unangenehm zu kratzen.

Nikotin macht unabhängig von der Darreichungsform abhängig. Nikotinfreie Liquids sind ohne diesen Bestandteil erhältlich. In konzentrierter Form ist Nikotin zudem giftig, auch über die Haut. Wer verschüttetes Liquid auf die Haut bekommt, wäscht die Stelle gründlich mit Wasser und Seife.

Das VG/PG-Verhältnis

Das Mischverhältnis wird üblicherweise als VG/PG angegeben, der erste Wert steht für den Glycerinanteil. Ein 70/30-Liquid enthält also 70 Prozent VG und 30 Prozent PG, bezogen auf die Trägerflüssigkeit. Aromen und Nikotin kommen in kleinen Anteilen hinzu.

Verhältnis Eigenschaften Passt zu
50/50 dünnflüssig, kräftiger Geschmack, moderate Dampfmenge engen Zugtechniken und hochohmigen Verdampfern
60/40 bis 70/30 ausgewogen, der verbreitetste Bereich den meisten gängigen Geräten
80/20 und mehr sehr zähflüssig, große Dampfmenge, gedämpfter Geschmack niederohmigen Verdampfern mit großen Zuleitungen

Die häufigste Ursache für Kokelgeschmack ist ein zu zähes Liquid in einem Verdampferkopf, der dafür nicht ausgelegt ist: Die Flüssigkeit fließt langsamer nach, als sie verdampft wird, und der Docht trocknet aus. Welche Kombination sinnvoll ist, ergibt sich aus der Zugtechnik - siehe MTL oder DL. Auch die Temperatur spielt mit: Kalte Flüssigkeit ist zäher als warme, im Winter fließt dasselbe Liquid also träger nach.

Nikotinangaben richtig lesen

Angabe in mg/ml Angabe in Prozent
3 mg/ml0,3 Prozent
6 mg/ml0,6 Prozent
12 mg/ml1,2 Prozent
18 mg/ml1,8 Prozent
20 mg/ml2,0 Prozent, die EU-Obergrenze

Die Konzentration allein sagt wenig darüber, wie viel Nikotin tatsächlich aufgenommen wird. Das hängt auch von Gerät, Leistung und Zugtechnik ab. Bei Geräten mit großer Dampfmenge wird pro Zug mehr Flüssigkeit verdampft, deshalb werden dort üblicherweise niedrigere Konzentrationen verwendet.

Shortfills, Longfills und Basen

Weil nikotinhaltige Nachfüllbehälter höchstens 10 Milliliter fassen dürfen, haben sich Produktformen entwickelt, die diese Grenze anders lösen. Shortfills sind nikotinfreie Liquids in größeren Flaschen, die nur teilweise gefüllt sind, sodass Platz für einen separaten Nikotinzusatz bleibt. Bei Longfills, auch Aromen genannt, ist ein hochkonzentriertes Aroma in einer großen Flasche enthalten, die mit einer neutralen Basis aufgefüllt wird. Basen sind Trägerflüssigkeiten aus PG und VG ohne Aroma, mit oder ohne Nikotin.

Beim Selbstmischen liegt die Verantwortung für die Endkonzentration beim Nutzer. Fehler in der Rechnung führen zu deutlich stärkeren oder schwächeren Mischungen als beabsichtigt.

Regeln in der EU und in Deutschland

  • maximal 20 Milligramm Nikotin pro Milliliter in verkaufsfertigen Liquids
  • Behältergröße höchstens 10 Milliliter bei nikotinhaltigen Nachfüllbehältern
  • Tanks und Kartuschen nikotinhaltiger Geräte höchstens 2 Milliliter
  • kindergesicherte und bruchfeste Verschlüsse vorgeschrieben
  • Warnhinweis und vollständige Inhaltsstoffliste auf der Verpackung
  • Meldepflicht für Hersteller vor dem Inverkehrbringen
  • bestimmte Zusatzstoffe wie Vitamine und Koffein sind nicht zulässig
  • in Deutschland: keine Abgabe an Minderjährige, auch nicht bei nikotinfreien Liquids
  • in Deutschland: Tabaksteuer auf Liquids, 2026 in Höhe von 0,32 Euro je Milliliter

Was auf einer ordnungsgemäßen Verpackung steht

Die Kennzeichnung eines nikotinhaltigen Liquids ist gesetzlich vorgegeben. Fehlen diese Angaben, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass das Produkt nicht für den europäischen Markt bestimmt oder nicht ordnungsgemäß in Verkehr gebracht wurde:

  • ein deutschsprachiger Warnhinweis zum Nikotin und zur Abhängigkeit
  • die vollständige Liste der Inhaltsstoffe in absteigender Gewichtsreihenfolge
  • der Nikotingehalt und die Abgabe je Dosis
  • eine Chargennummer
  • ein Hinweis, das Produkt außerhalb der Reichweite von Kindern aufzubewahren
  • ein Beipackzettel mit Gebrauchs- und Sicherheitshinweisen

Versteuerte Liquids tragen in Deutschland zudem ein Steuerzeichen. Der Zoll stellt bei Kontrollen regelmäßig Ware ohne deutsches Steuerzeichen sicher.

Lagerung

Liquids gehören dunkel, kühl und dicht verschlossen aufbewahrt. Licht und Wärme lassen Aromen und Nikotin oxidieren, was sich an einer Braunfärbung zeigt. Nikotinhaltige Flüssigkeiten sind für Kinder und Haustiere unbedingt unzugänglich zu lagern - schon kleine Mengen können bei Verschlucken gefährlich sein. Im Verdachtsfall ist der Giftnotruf die richtige Anlaufstelle.

  • in der Originalflasche mit intaktem Kindersicherungsverschluss aufbewahren
  • nicht in Getränkeflaschen oder unbeschriftete Behälter umfüllen
  • nicht neben Lebensmitteln oder Medikamenten lagern
  • beim Nachfüllen nichts verschütten und Reste sofort aufwischen

Häufige Fragen zu Liquids

Was bedeutet die Angabe 1,8 Prozent auf einem Liquid?

Die Prozentangabe bezieht sich auf das Gewicht pro Volumen: 1,8 Prozent entsprechen 18 Milligramm Nikotin pro Milliliter. Die in der EU zulässige Höchstgrenze von 20 Milligramm pro Milliliter entspricht 2,0 Prozent.

Ist ein nikotinfreies Liquid unreguliert?

Nein. In Deutschland fallen auch nikotinfreie Liquids unter das Tabakerzeugnisgesetz, das Jugendschutzgesetz verbietet die Abgabe an Minderjährige, und seit 2022 wird auf Liquids unabhängig vom Nikotingehalt Tabaksteuer erhoben.

Warum verfärbt sich ein Liquid mit der Zeit?

Licht, Wärme und Sauerstoff lassen Nikotin und manche Aromastoffe oxidieren. Das zeigt sich an einer Gelb- bis Braunfärbung. Dunkel, kühl und verschlossen gelagert läuft dieser Prozess langsamer ab.

Was tun, wenn ein Kind Liquid verschluckt hat?

Sofort den Giftnotruf des zuständigen Bundeslands anrufen, bei Bewusstseinsstörungen, Krämpfen oder Atemproblemen den Notruf 112. Kein Erbrechen auslösen. Die Flasche mitnehmen oder bereithalten, damit Inhalt und Nikotinkonzentration genannt werden können.

Zuletzt redaktionell geprüft: Oktober 2026