Technische Einordnung
| Hersteller | PAX |
| Bauart | Tragbarer Vaporizer |
| Heizprinzip | Konduktion |
| Aufheizzeit | ca. 22 Sekunden |
| Temperaturbereich | vier Stufen bis ca. 215 Grad |
| Stromversorgung | Akku, USB-C |
| Preisklasse | 100 bis 199 Euro |
Was das Gerät auszeichnet
- sehr flache, unauffällige Bauform
- Lippen- und Bewegungssensor
- kein Display, Bedienung über eine Taste
Bauweise und Heizprinzip
Der PAX Plus ist die aktuelle Ausbaustufe der flachen PAX-Bauform. Das Gehäuse ist ein abgerundeter Quader mit mattem Überzug, der sich in der Hand eher wie ein Feuerzeug oder ein kleines Mobilteil anfühlt als wie ein klassischer Vaporizer. Oben sitzt ein bündig eingelassenes Mundstück, unten liegt der Ofen, verschlossen mit einem magnetischen Deckel. Ein Display gibt es nicht; den Zustand zeigt ein LED-Feld auf der Oberseite.
Geheizt wird der Ofen über seine Wände, also überwiegend per Konduktion. Das Material liegt direkt am beheizten Kammerboden und an den Seitenwänden. Daraus ergeben sich zwei Eigenschaften, die man vor dem Kauf kennen sollte: Das Gerät ist schnell einsatzbereit, und die Art, wie die Kammer gefüllt wird, entscheidet stärker über das Ergebnis als bei Konvektionsgeräten. Was hinter den beiden Prinzipien steckt, erklärt der Ratgeber Konvektion oder Konduktion.
Bedienung und Temperaturstufen
Statt einer gradgenauen Einstellung arbeitet der PAX Plus mit vier sogenannten Experience Modes. Sie werden ohne App gewählt, über einen Druck auf das Mundstück, und an der LED-Farbe erkannt. Der Hersteller nennt dafür jeweils eine Basistemperatur in Fahrenheit:
| Modus | LED-Farbe | Basistemperatur (Herstellerangabe) | umgerechnet |
|---|
| Stealth | Blau | 360 °F | ca. 182 °C |
| Efficiency | Grün | 380 °F | ca. 193 °C |
| Flavor | Gelb | 400 °F | ca. 204 °C |
| Boost | Rot | 420 °F | ca. 215 °C |
Der Stealth-Modus dimmt zusätzlich LEDs und Vibration und soll weniger sichtbaren Dampf erzeugen. Für die Praxis heißt das: Wer gern in kleinen Schritten von unten nach oben arbeitet, hat beim PAX Plus vier Stufen statt eines stufenlosen Reglers. Für die meisten Kräuter reicht das, weil die typischen Bereiche ohnehin in diesem Fenster liegen. Welche Temperatur zu welchem Kraut passt, steht im Beitrag Kräuter für den Vaporizer, das Vorgehen beim Hochregeln im Ratgeber Temperatur einstellen.
Die Aufheizzeit gibt der Hersteller mit 22 Sekunden an. Das ist für ein Akkugerät kurz und passt zur Konduktion, bei der nur der Ofen auf Temperatur kommen muss.
Befüllung und Kammergröße
Der Ofen ist auf eine Füllmenge um 0,5 Gramm ausgelegt. Zum Lieferumfang gehört ein zweiter, flacherer Ofendeckel, der die Kammer auf etwa 0,25 Gramm verkleinert. Diese Halbfüllung ist bei einem Konduktionsgerät mehr als ein Detail: Eine halb leere Kammer heizt ungleichmäßig, weil das Material keinen gleichmäßigen Kontakt zu den Wänden hat. Wer nur kleine Mengen nutzt, sollte deshalb den kleineren Deckel aufsetzen, statt die große Kammer halb zu füllen.
So gelingt das Befüllen:
- Material fein und gleichmäßig mahlen. Grobe Stücke berühren die Wand nur punktuell. Ein passender Grinder ist hier praktisch Pflicht.
- Die Kammer randvoll füllen und leicht andrücken, ohne zu pressen. Zu fest gestopft bremst den Luftstrom, zu locker verschlechtert den Wärmekontakt.
- Deckel aufsetzen, Modus wählen, warten, bis die Vibration die Betriebstemperatur meldet.
- Nach einigen Zügen die Kammer öffnen und das Material mit dem Werkzeug einmal durchrühren. Das gleicht aus, dass die Randbereiche schneller verdampfen als die Mitte.
Akku und Laden
Der Akku ist fest verbaut. Der Hersteller nennt eine Laufzeit von mehr als zwei Stunden, ohne diese Angabe auf Sitzungen herunterzubrechen. Wie viele Füllungen tatsächlich möglich sind, hängt vom gewählten Modus und von der Dauer jeder Sitzung ab. Weil sich der Akku nicht tauschen lässt, bestimmt seine Alterung die Lebensdauer des Geräts mit. Wie man Lithium-Akkus schonend lädt und lagert, fasst der Ratgeber Vaporizer-Akku pflegen zusammen.
Reinigung und Wartung
Das Ofensieb ist beim PAX Plus als gewölbtes, herausnehmbares Bauteil ausgeführt und soll sich leichter entnehmen lassen als bei den Vorgängern. Eine Drahtbürste und ein Multitool liegen bei.
- Nach jeder Füllung: Kammer ausklopfen und mit der Bürste Reste vom Sieb und aus den Ecken lösen. Das Gerät dafür ausschalten und abkühlen lassen.
- Etwa wöchentlich bei täglicher Nutzung: Mundstück abziehen und reinigen. Am Mundstück und im Kanal darunter setzt sich Kondensat ab, das den Geschmack spürbar verändert.
- Bei nachlassendem Zug: Sieb herausnehmen und reinigen oder ersetzen. Ein verstopftes Sieb ist die häufigste Ursache für schwachen Dampf.
Alkohol gehört nur an die Teile, für die der Hersteller das vorsieht, und nie in das noch warme Gerät. Ausführliche Intervalle stehen im Ratgeber Vaporizer reinigen.
Stärken und Schwächen
Stärken
- sehr flach und unauffällig, passt in jede Jacken- oder Hosentasche
- kurze Aufheizzeit
- einfache Bedienung ohne App, ohne Menüs
- zwei Kammergrößen durch den Wechseldeckel
- lange Herstellergarantie, der Hersteller gibt zehn Jahre eingeschränkte Garantie an
Schwächen
- keine gradgenaue Temperatur, nur vier feste Stufen
- Konduktion verlangt feines Mahlen, sorgfältiges Packen und Umrühren
- fest verbauter Akku
- kein Display, Akkustand und Modus nur über LED-Farben erkennbar
Für wen sich der PAX Plus eignet und für wen nicht
Der PAX Plus passt zu Menschen, die ein kleines Gerät für kurze Sitzungen suchen, Wert auf eine unauffällige Form legen und keine Lust auf Menüs haben. Wer das Prinzip einmal verstanden hat, also fein mahlen, voll packen, zwischendurch umrühren, kommt mit vier Stufen gut zurecht.
Weniger geeignet ist er für alle, die Temperaturen gradweise ausprobieren möchten oder große Füllmengen am Stück nutzen. Auch wer möglichst wenig Vorbereitung will, ist mit einem Konvektionsgerät oft besser bedient.
Alternativen im Sortiment
- Wer gradgenau einstellen möchte und Konvektion bevorzugt, findet im Fenix Mini+ ein Gerät mit Display in einer ähnlichen Preisklasse.
- Wer den fest verbauten Akku als Nachteil sieht, sollte sich den Arizer Air Max mit Wechselakku ansehen.
- Ohne jede Elektronik kommt der DynaVap M7 XL aus, der per Flamme oder Induktion beheizt wird.
- Deutlich größer, dafür mit kombinierter Heißluft- und Kontaktheizung und regelbarem Luftzug: der Storz & Bickel Venty.
Häufige Fragen
Braucht der PAX Plus eine App?
Nein. Die vier Modi werden direkt am Gerät über das Mundstück gewählt. Der Hersteller betont ausdrücklich, dass für die Grundbedienung keine App nötig ist.
Warum schmeckt die erste Füllung anders als die späteren?
Häufig liegt das an der Packdichte. Bei Konduktion verdampfen zuerst die Bereiche, die direkt an der Wand liegen. Wer nach einigen Zügen umrührt, erreicht ein gleichmäßigeres Ergebnis über die ganze Füllung.
Wann sollte ich den Halbfüll-Deckel benutzen?
Immer dann, wenn weniger als die volle Kammer gefüllt wird. Der kleinere Deckel sorgt dafür, dass das Material trotz geringerer Menge Kontakt zu den beheizten Flächen hat.
Woran erkenne ich, dass der PAX Plus bereit ist?
Das Gerät meldet das Erreichen der Temperatur durch Vibration und die LED-Anzeige. Im Stealth-Modus fallen beide Signale gedämpfter aus.
Hinweis zu den Angaben
Die Daten oben sind Herstellerangaben und öffentlich dokumentierte Eigenschaften. Wir haben
das Gerät nicht selbst im Labor vermessen und geben deshalb auch keine eigenen Messwerte
aus. Preise nennen wir als Klasse, weil sich Straßenpreise laufend ändern.
Das Produktbild stammt aus dem Amazon-Partnerprogramm und zeigt das dort gelistete
Angebot. Ausstattung und Lieferumfang können je nach Variante abweichen - maßgeblich
ist die verlinkte Produktseite.